Strauchkirsche Carmine Jewel
Die Strauchkirsche ’Carmine Jewel’ wächst als Strauch auf etwa 2,5 Meter heran und braucht rund 2 Meter Standfläche. Ihre Eltern stammen weit auseinander: die Sauerkirsche aus Europa, die Steppenkirsche aus Sibirien. Zusammengebracht hat sie Les Kerr, der Ende der 1940er Jahre in Kanada anfing, beide zu kreuzen. Aus seinen Hybriden zogen Cecil Stushnoff und Rick Sawatzky an der University of Saskatchewan weiter: 1985 kreuzten sie sie mit ’North Star’ aus Minnesota, und daraus ging 1999 ’Carmine Jewel’ hervor, die erste Zwergsauerkirsche des Programms. 4 Jahre später war sie Kanadas Hauptsorte. Sie besteht zu 75 Prozent aus Sauerkirsche und zu 25 Prozent aus Steppenkirsche; für solche Kreuzungen ist der Name Prunus × kerrasis vorgeschlagen, nach Kerr. 5 Schwestersorten folgten als Romance-Serie mit größeren und süßeren Früchten – ’Carmine Jewel’ reift trotzdem weiter, weil sie von allen zuerst dran ist. Im Mai öffnen sich über 3 Wochen die weißen Blüten, geerntet wird ab Juli über rund 4 Wochen. Die Früchte sind klein, 3,5 bis 4 Gramm, kugelig und bis in den Saft hinein durchgefärbt – er färbt Gelee, Wein und Milchspeisen so kräftig, dass sich Lebensmittelfarbe erübrigt. Auf den Erntezeitpunkt kommt alles an, und zu früh wird häufiger gepflückt als zu spät: Die Kirschen werden rasch rot, vollreif sind sie aber erst fast schwarz. Rot geerntet hat sie den halben Zucker und die doppelte Säure; ausgereift kommt sie auf 14 Grad Brix – mehr, als man einer Sauerkirsche zutraut – und lässt sich frisch essen. Eilig ist es nicht: Die Früchte fallen nicht ab, sie trocknen eher wie Rosinen am Zweig. Die ersten pflückt man von Hand, später hält man ein Tuch unter den Strauch und schüttelt mehrere Zweige zusammen – löst sich nichts, ist es zu früh. Gelagert wird sie nicht, verarbeitet gleich: Kuchen, Konfitüre, Saft. Ein eingewachsener Strauch bringt 11 bis 14 Kilogramm; nach dem ersten dünnen Tragjahr steigt der Ertrag steil an. Auch wenn der eigene Blütenstaub genügt, muss ihn jemand von den Staubblättern auf den Griffel tragen, und das tun die Bienen – bleiben sie aus, hilft ein Staubwedel. Was die Blüte bietet, haben beide Elternarten gemeinsam: eine flache Scheibe mit halb verborgenem Nektar, reichlich; daran gehen Schwebfliegen, Bienen und Falter. Den Vögeln kommt entgegen, dass sie ihre Früchte den ganzen Sommer festhält: Wer nicht alles erntet, lässt eine Nahrungsquelle stehen, die lange vorhält. Als Raupenfutter zählt von den Eltern fast nur die Sauerkirsche: An ihr sind 5 Schmetterlingsarten ausgezählt, für die Steppenkirsche fehlt eine solche Zählung.
Specifications
- Liefergröße
- 40–60 cm
- Lieferform
- Topfware
Variants (1)
- 40–60 cm / Topfware — 39.00 EUR — Out of stock
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