Choisya ternata
Choisya ternata, die Mexikanische Orangenblume, stammt aus verschiedenen Regionen Mexikos. Dort wächst die Art in klimatisch recht unterschiedlichen Gebieten, unter anderem in sonnigen Gebüschen, auf felsigen Hängen und in höheren, vergleichsweise kühlen Lagen. Botanisch gehört sie zu den Rautengewächsen und ist damit tatsächlich mit den Zitruspflanzen verwandt. Der deutsche Name Orangenblume bezieht sich auf die weißen, stark duftenden Blüten, die an Orangenblüten erinnern. Der Gattungsname Choisya ehrt den Genfer Botaniker und Philosophen Jacques Denys Choisy. Das lateinische ternata bedeutet „zu dreien angeordnet“ und verweist auf die charakteristischen dreiteiligen Blätter. Wuchs und Blätter Die Wildform entwickelt sich zu einem kräftigen, immergrünen Strauch mit dichtem, rundlichem Aufbau. Sie erreicht langfristig etwa 1,5–2,5 m Höhe und eine ähnliche Breite. Unter sehr günstigen Bedingungen sind auch annähernd drei Meter möglich. Im Vergleich zu den schmalblättrigen Hybriden wie ‘Aztec Pearl’ wirkt Choisya ternata voller und kräftiger. Ihre glänzend dunkelgrünen Blätter bestehen aus drei breiten, länglich verkehrt-eiförmigen Fiederblättchen. Das dichte Laub sorgt während des gesamten Jahres für eine geschlossene, ruhige Struktur. Die Blätter besitzen zahlreiche Öldrüsen und verströmen beim Zerreiben einen intensiven aromatischen Geruch. Häufig wird er als zitrusartig beschrieben, andere Nasen entdecken darin eher Gewürznelke, Basilikum oder die verwandte Weinraute. Die Orangenblume stellt damit zuverlässig fest, dass Duftbeschreibungen eine sehr persönliche Angelegenheit sind. Blüte Die Hauptblüte erscheint gewöhnlich im Mai und Juni. Zahlreiche reinweiße, sternförmige Blüten stehen in kleinen Büscheln an den Triebenden und heben sich deutlich vom dunklen Laub ab. Die etwa 2,5–3 cm großen Einzelblüten besitzen meist fünf breite Blütenblätter, goldgelbe Staubgefäße und eine grüne Narbe. Ihr süßer, warmer Duft erinnert besonders an sonnigen Tagen an Orangenblüten. Nach einem warmen Sommer folgt häufig eine schwächere Nachblüte im Spätsommer oder Herbst. In ausgesprochen milden Regionen können sogar während des Winters einzelne Blüten erscheinen. Eine üppige zweite Blüte lässt sich jedoch nicht in jedem Jahr garantieren. Früchte Nach der Blüte können sich kleine, ledrige Kapselfrüchte bilden. Sie bestehen aus mehreren miteinander verbundenen Fächern und enthalten jeweils wenige Samen. In Kultur sind die Früchte eher unscheinbar und werden nicht regelmäßig angesetzt. Für den Zierwert der Pflanze spielen sie praktisch keine Rolle. Besonderheiten und Kulturgeschichte Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland begegneten der Orangenblume gegen Ende ihrer berühmten amerikanischen Forschungsreise um 1804. Bemerkenswert ist, dass das ursprüngliche Pflanzenverzeichnis Choisya ternata als „bei Mexiko-Stadt kultiviert“ aufführt. Die Pflanze war dort also offenbar bereits ein Gartengehölz und wurde von den europäischen Forschern nicht als unbekannte Wildpflanze aus dem Gebüsch gezogen. Das gesammelte Pflanzenmaterial gelangte mit Tausenden weiteren Belegen nach Paris. Dort bearbeitete Carl Sigismund Kunth einen großen Teil der Sammlung und veröffentlichte 1823 die wissenschaftliche Beschreibung der neuen Gattung Choisya. Um 1825 gelangte die Art in europäische Gärten; ihre Einführung wird gewöhnlich Aimé Bonpland zugeschrieben. In Mexiko ist sie unter Namen wie Hierba del Clavo, Flor del Clavo oder Clavillo bekannt. Diese Bezeichnungen nehmen vermutlich auf den würzigen, an Gewürznelken erinnernden Geruch Bezug. Überliefert ist außerdem eine Verwendung der Blätter in der mexikanischen Pflanzenkunde. Da die Pflanze verschiedene Alkaloide und ätherische Inhaltsstoffe enthält, gehört diese Nutzung jedoch ausdrücklich in die Kulturgeschichte und nicht in die Anleitung für einen selbst gebrauten Gartentee. Standort und Pflege Geeignet ist ein sonniger bis halbschattiger, möglichst windgeschützter Standort. In voller Sonne bleibt der Strauch gewöhnlich kompakter und blüht reicher. Halbschatten wird gut vertragen, sofern der Platz nicht dauerhaft dunkel und feucht ist. Der Boden darf sandig, lehmig und auch kalkhaltig sein. Entscheidend ist ein guter Wasserabzug. Dauerhaft nasse, verdichtete Böden führen besonders im Winter leicht zu Wurzelschäden. Junge Pflanzen sollten während der Anwachsphase gleichmäßig gegossen werden. Gut eingewachsene Sträucher überstehen später auch vorübergehend trockenere Perioden. Im Kübel darf der Wurzelballen dagegen nicht vollständig austrocknen. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig. Soll die Pflanze kleiner oder dichter gehalten werden, können die verblühten Triebe direkt nach der Hauptblüte moderat eingekürzt werden. Dabei möglichst im beblätterten Bereich bleiben. Auch erfrorene Triebspitzen werden erst im Frühjahr entfernt, wenn das tatsächliche Ausmaß des Schadens erkennbar ist. Klimatische Aspekte WHZ: 8, in günstigen Lagen auch 7b Die Royal Horticultural Society bewertet Choisya ternata mit H4, was einer Frostverträglichkeit von ungefähr −10 bis −5 °C entspricht. Gut eingewachsene Pflanzen überstehen an geschützten Standorten häufig auch etwas tiefere Temperaturen. Junge Exemplare und noch weiche Triebe sind empfindlicher. Die tatsächliche Winterverträglichkeit hängt auffallend stark vom Winterverlauf ab. Historische Exemplare überstanden mitunter sehr strenge Fröste nahezu unbeschädigt, während sie in scheinbar milderen Wintern zurückfroren. Besonders ungünstig sind kalte Winde, Wintersonne bei gefrorenem Boden, abrupte Temperaturwechsel und länger anhaltende Nässe. Das immergrüne Laub kann nach einem strengen Winter braun und mitgenommen aussehen, obwohl das Holz noch gesund ist. Deshalb im Frühjahr nicht vorschnell die ganze Pflanze abschreiben. Orangenblumen sehen nach dem Winter gelegentlich dramatischer aus, als die Lage tatsächlich ist. Praxistipp Die Wildform eignet sich besonders als immergrüner Solitär, für lockere Gehölzgruppen und als breiter Hintergrund in geschützten Beeten. Wegen ihrer späteren Größe sollte mindestens zwei Meter seitlicher Raum eingeplant werden. In der Nähe eines Eingangs, Weges oder Sitzplatzes lässt sich der Blütenduft besonders gut wahrnehmen. Wer dagegen eine kleinere Orangenblume für den Kübel sucht, ist mit ‘White Dazzler’ oder einer anderen kompakten Sorte besser beraten. Choisya ternata lässt sich zwar schneiden, möchte auf Dauer aber lieber ein stattlicher Strauch als ein dauerhaft gebändigtes Terrassenbällchen werden.
Specifications
- Größe
- 10/20, 20/30, 30/40
Variants (3)
- 10/20 — 8.50 EUR — In stock
- 20/30 — 10.00 EUR — Out of stock
- 30/40 — 16.00 EUR — Out of stock
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