Heinrich Haller aus Allerengelberg. Ein Tiroler Mönch als Übersetzer

Heinrich Haller aus Allerengelberg. Ein Tiroler Mönch als Übersetzer

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Im Südtiroler Kartäuserkloster Allerengelberg in Schnals übersetzt Heinrich Haller, Sohn des Innsbrucker Stadtrichters, Bürgermeisters und Ratsbürgers Andre Haller, von 1464 bis 1471 geistliche lateinische Texte in frühneuhochdeutsche Prosa. Viele seiner Werke, zum Teil eigenhändig geschriebene Bücher, sind – heute verstreut zwischen Innsbruck, Wien und Padua – erhalten geblieben und zu einem guten Teil von seiner Entdeckerin, der Tübinger Germanistin Erika Bauer (1927–2020) publiziert. Die intensive Beschäftigung mit dem beeindruckenden Lebenswerk dieses spätmittelalterlichen Tiroler Kartäusermönchs und Übersetzers wurde in einem Symposium in Bozen 2023 angeregt, dessen Ergebnisse großteils im vorliegenden Band vorgelegt werden. Neben Übersetzungen wie etwa jener der berühmten ‚Imitatio Christiʻ des Thomas von Kempen oder der weit verbreiteten ‚Navigatio Brendaniʻ regen bislang kaum beachtete Zeugen der Haller-Rezeption zu einer tiefergehenden Auseinandersetzung an, etwa die fragmentarische alemannische Adaptierung einer von Haller ins Südbairische übersetzten Predigt, die hier erstmals ediert wird. Gewinnen wir dadurch spannende Einsichten in die Welt der Schnalser Kartause und die Bedeutung für das Weiterleben von Hallers Werk, so sind wir für die Rekonstruktion seines Lebens weiterhin auf Vermutungen angewiesen. Zeitgenössische monastische, zum Teil ordenskritische Literatur wirft jedoch psychohistorische Schlaglichter auf den zu obligatorischem Schreiben und ewigem Schweigen verpflichteten Mönch.

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