Frühe Burgen in Westfalen Heft 46: <b>Der Burggraben </b> bei Netphen, Kreis Siegen-Wittgenstein

Frühe Burgen in Westfalen Heft 46: <b>Der Burggraben </b> bei Netphen, Kreis Siegen-Wittgenstein

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Der Burggraben nördlich Netphen-Niedernetphen im Siegerland ist eine mehrphasige Wallburg, die eine steinzeitliche Fundstelle überlagert und selbst durch moderne Bergbaustrukturen gestört wird. Die zuvor als mittelalterlich angesprochene Befestigung liegt in einem forstwirtschaftlich genutzten Areal. Durch die Anlage führt kein öffentlicher Weg, sondern nur östlich daran vorbei. 460 m Luftlinie östlich der Wallburg an der Bundesstraße 62, die die Ortsteile Niedernetphen und Eschenbach verbindet, befindet sich linker Hand von Niedernetphen kommend der Parkplatz Leimbachtal. Von diesem folgt man einem Teerweg 800 m bergauf und erreicht nach gut 20 Minuten den Burggraben. Die Fundstelle liegt auf der Kuppe eines Höhenzugs. Er erstreckt sich in Nordost-Südwest-Richtung und endet im Süden im Siegtal, während ihn Mühlenbach im Westen und Netphe im Osten mit zwei parallelen Tälern begleiten. Die vielfach durch Täler zerschnittenen Höhenzüge, ausgedehnten Tallagen sowie schwach geneigten Hangflächen machen die Mikroregion mit einem Radius von 3 km um den Burggraben zu einer Gunstregion mit moderner ackerbaulicher Nutzung. Diese wurde noch im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts bis in Bereiche um 400 m üNN betrieben. Neben dem landwirtschaftlichen Potential der Kleinregion ist ihre verkehrsgeografische Bedeutung hervorzuheben: Durch die Höhenzüge finden sich natürlich vorgegebene Verkehrstrassen in den Tälern, vor allem aber auf den langgestreckten Höhen, durch die der Raum zwischen Ferndorftal im Norden und Weißtal im Süden verbunden wird. Bis heute befindet sich im Tal südlich der Wallburg ein überregionaler Verkehrsknotenpunkt, der Norden und Süden (Kreisstraße 7) sowie Westen und Osten (Bundesstraße 62) verbindet. 1858 wurde einem Unternehmen vom Königlich Preußischen Berg-Amt das Gebiet des Burggrabens als „Grube Reichsapfel“ verliehen. In der Folge sind im Areal der Wallburg ein mindestens 14 m tiefer Schacht sowie südwestlich davon einige wenige Meter tiefe Suchschürfe angelegt worden. Der Bergbau zielte auf Eisenerz (Limonite und Hämatite) ab. Während die Schürfe nur schwache Erzvorkommen in circa 2 m bis 3 m Tiefe antrafen, erreichte der Schacht in circa 8 m Tiefe tatsächlich Gangerze. Tonschiefer bildet das Nebengestein.

Specifications
Bestellnummer
7-3-46
Hauptgruppe
Frühe Burgen in Westfalen
Titel
Band 46: Der Burggraben bei Netphen, Kreis Siegen-Wittgenstein

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