Barockbauhandwerker in Bregenzerwälder Zunftbüchern
Man kennt die Namen der großen Bregenzerwälder Barockbaumeister: Michael Beer, Kaspar Moosbrugger, Michael Thumb, Franz Beer von Bleichten, Peter Thumb. Aber was weiß man über die konkreten historischen Zusammenhänge, aus denen diese Baumeister des 17. und 18. Jahrhunderts mit ihren epochalen künstlerischen Leistungen hervorgegangen sind? Was weiß man über die Geschichte hinter der Kunstgeschichte? Vor dem Hintergrund solcher und ähnlicher Fragen nimmt das vorliegende Buch die drei ältesten derzeit bekannten Zunftbücher aus dem Bregenzerwald – aus den Dörfern Au, Bizau und Schnepfau – genauer in den Blick. Die in diesen Zunftbüchern greifbaren Aufdingungs- und Ledigsprechungslisten von Bauhandwerkerlehrlingen, die seit der Mitte des 17. Jahrhunderts angelegt worden sind, werden dabei nicht nur erstmals in einer kritischen Edition zugänglich gemacht und für die künftige Forschung durch detaillierte Orts- und Personennamenregister erschlossen. Es werden zugleich wichtige gesellschafts-, politik- und organisationshistorische Strukturen und Dynamiken rekonstruiert, die es überhaupt erst möglich gemacht haben, dass sich im frühneuzeitlichen Bregenzerwald ein Bauhandwerk etablieren konnte, das zu einem bedeutenden Reservoir für die Neugestaltung der barocken Sakrallandschaft im südwestdeutschen Raum wurde.
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