Das Argument 345 – Imperialismen nach außen, Faschisierung im Innern? Rekonfiguration des kapitalistischen Weltsystems

Das Argument 345 – Imperialismen nach außen, Faschisierung im Innern? Rekonfiguration des kapitalistischen Weltsystems

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Das Argument im Abo Das Argument 345 (66. Jahrgang · Heft 2 / 2026) Imperialismen nach außen, Faschisierung im Innern? Rekonfiguration des kapitalistischen Weltsystems »Die Asymmetrie in der Erinnerungskultur sowie die Heftigkeit, mit der auf antiimperialistische Bestrebungen in der Linken reagiert wird, sind in Zusammenhang mit der Rolle, die Deutschland als imperialistische und neokoloniale Kraft spielt, zu sehen. Die Repression setzt genau da an, wo die Grundlagen der Hegemonie der westlichen Staatengemeinschaft bedroht werden.« Bafta Sarbo »Der postliberale Kapitalismus bezeichnet gerade das Phänomen, dass die autoritäre Bedrohung nicht von außen kommt, sondern von innen. Postliberaler Kapitalismus bedeutet nicht zuletzt, dass die autoritäre Bedrohung durch Hochrüstung und die damit ausgelöste Rüstungs- und Eskalationsspirale verschärft wird, die man unterstützt im fatalen Glauben, sie würde den Krieg verhindern und autoritäre Bedrohungen abwenden.« Ingar Solty Editorial (Auszug) Wer aber vom Imperialismus nicht reden will, sollte auch von Faschisierung schweigen (Lukas Meisner) Wenn sich eine Gesellschaft berechtigterweise als faschistisch einstufen lässt, ist ihre wichtigste Phase des antifaschistischen Kampfs bereits gescheitert. Weil die Eule der Minerva den Begriff erst in der abgeschlossenen Gestalt seiner historischen Realisiertheit zu identifizieren vermag, kommt sie notwendig zu spät für Gegenwehr. Die Politik des Antifaschismus bedarf insofern, um verhindernd eingreifen zu können, des Begriffs der Faschisierung. Dieser fasst eine Tendenz, in der noch-nicht-faschistische Gesellschaften (auch durch nichtfaschistische Akteure) die notwendigen Bedingungen des Faschismus – aus sich selbst heraus – erzeugen. Praxisphilosophisch ist die Rückkehr des Begriffs in den Debatten der Linken insofern zu begrüßen: Dem antifaschistischen Kampf ist er notwendig zum Begreifen der eigenen Lage wie zum Wenden ihrer Not. Als gegenhegemoniale Zeitschrift bleibt es jedoch unser Auftrag, den Fokus auf die blinden Flecken und toten Winkel zu legen, die die Diskussionen besonders in Deutschland strukturieren. Während sozialpsychologische Erklärungen (wie nicht zuletzt die Rezensionsaufsätze im vorliegenden Heft belegen) einmal mehr en vogue sind, wird der Kontext der Faschisierung in der weltsystemischen Konstellation gewöhnlich unterschlagen. Wir wollen die Aufmerksamkeit darum auf das Zusammenwirken von Mikroskopischem und Makroskopischem richten und betonen, dass die Destruktivität der psychischen Innenleben nur gemeinsam mit ihrem Pendant im Äußersten – unter Einbeziehung militaristischer Außenpolitik und imperialistischer Geoökonomie – begreifbar wird. Editorial vollständig lesen (PDF-Download) Inhalt Editorial Lukas Meisner Wer aber vom Imperialismus nicht reden will, sollte auch von Faschisierung schweigen Literatur Stephanie Bart Große Fracht und klein Soldat*in (Umdichtung von Ingeborg Bachmanns Gedicht Die große Fracht) Klaus Weber Die Geste des Priamos und: Kassandra unerhört Dietmar Dath Wann es wen wo wie erwischt Theresa Walter Nachrichten aus dem Patriarchat Savita Singh Gier Lukas Meisner Glossen zum Antikommunismus: Straße des 17. Juni Mesut Bayraktar Schreiben über Klasse Anna Egerter Man erzählt sich von Stürmen Imperialismen nach außen, Faschisierung im Innern? Rekonfiguration des kapitalistischen Weltsystems Lukas Meisner Imperialismus und Faschisierung: Zur Dialektik des globalen Westens in der multiplen Hegemoniekrise Ingar Solty Von der blockierten Transformation zum Rüstungskeynesianismus. Deutschland und die EU im neuen postliberalen Kapitalismus Markus Wissen Ökoimperialismus. Von der Existenzbedingung zur Grenze der kapitalistischen Produktionsweise Bafta Sarbo Deutschland und seine EU: Neokolonialismus nach außen – Rassismus und Repression nach innen Shaswati Mazumdar »Sie meinen nicht wirklich Friedensgespräche, sondern Kapitulation, Unterwerfung.« Imperialismus, Faschismus und die Palästinafrage Marina Slhessarenko Barreto Widerworte aus dem ›globalen Süden‹. Gegen Trumps offenen US-Imperialismus, die Heuchelei der EU und die Spaltung Lateinamerikas Jan Rehmann Erkundungen zur Faschisierung in den USA Heidrun Friese Nekropolitiken, Mobilität, Recht Sinan Özbek Wandlungen des subimperialistischen Rassismus als Anverwandlungen an den imperialen. Das Beispiel syrischer Araber*innen in der heutigen Türkei Fabian Scheidler Der Kriegsstaat als Antwort auf die Polykrise u.v.m. Das vollständige Inhaltsverzeichnis gibt’s hier: Inhaltsverzeichnis (PDF-Download)

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